Sonntag, 26. März 2017

Der Stilwandel der Medien #KW16

Von Ralf Keuper

Nachfolgend einige Beiträge der letzten Zeit, die sich mit dem Stil- und Formwandel der Medien beschäftigen:

Samstag, 11. März 2017

Harun Farocki – Cinema, Video Games and Finding the Detail | TateShots

Karl Heinz Bohrer über die unterschiedliche Arbeitsatmosphäre in den Redaktionen der Welt und FAZ in den 1960er Jahren

Ich war beeindruckt durch den Unterschied an Stimmung dieser Zeitung (FAZ) zur ja nun fast schon kinohaft journalistischen "Welt". Dort wurde schon mittags gesoffen, die zogen sich smart an, wie man sich Journalisten vorstellte. Der Feuilleton-Chef, Georg Ramsegger, lief schon um drei Uhr Rotwein gurgelnd durch die Gegend. Nichts dergleichen bei der FAZ. Auch nicht die stramme Unterordnung. In der "Welt" konnte man nichts machen ohne Ramsegger. In der FAZ hatte ich den Eindruck, die einzelnen Redakteure arbeiten wie Gelehrte, ein bisschen auch wie Staatssekretäre - still, sehr präzise und ganz anders, als man sich Journalisten vorstellt. 
Karl Heinz Bohrer auf die Frage von Jürgen Kaube: Herr Bohrer, 1966 wurden sie Literaturredakteur der FAZ. Wie kam das?, in Die Ungeheuerlichkeit des täglichen Erlebens, FAZ vom 8.03.2017. 

Sonntag, 19. Februar 2017

Fotografie als weiteres Medium der Kunst (Wilfried Wiegand)

Die Fotografie bedurfte für Wilfried Wiegand keiner eigenen Theorie, weil sie für ihn schlicht ein weiteres Medium der Kunst ist, nur dass deren Motive nicht geschaffen, sondern gefunden sind. ... Aber natürlich ist Fotografie für Wiegand nie bloße Kopie von Malerei oder deren kuriose Ergänzung. Vielmehr verlangt er, dass sie eigenständig neben den Gemälden des Museums besteht. .. Wiegand lehrt uns, dass es eine Universalsprache der Schönheit gibt, der das technische Bildmedium durch die Klarheit und Präzision seiner Abbildung nur einen neuen Dialekt hinzugefügt hat. 
Quelle: Das Auge, FAZ vom 24.01.2017

Sonntag, 5. Februar 2017

Martin Luther als Förderer der Druckkunst

Im Zusammenspiel mit Lucas Cranach und in enger Kooperation mit seinen Druckern entwickelte Luther durch eine typografisch "neue, markante Aufmachung" eine eigene "Markenidentität" für die aus Wittenberg kommenden Reformationsschriften. Alles andere als ein zerstreuter Professor, nämlich ein "Mann mit ausgeprägten praktischen Fähigkeiten", "verstand und genoss er die handwerklichen Schritte, aus Worten und Ideen ein gedrucktes Kunstwerk zu machen". Die hohe Qualität des Druckwerks sollte ein visuelles Symbol für die Seriösität und Wahrheit der Reformbotschaft sein. 
Quelle: FAZ vom 27.01.2017. "Mit Drucken Druck machen". Rezension des Buches "Die Marke Luther" von Andrew Pettegree.