Mittwoch, 4. Februar 2015

Medien des 21. Jahrhunderts oder quantitatives Empfinden (Mark B.N. Hansen)

In unserer gegenwärtigen Welt und während der vergangenen Jahrzehnte haben sich die Medien von einem Funktionstypus, der durch Aufzeichnen, Speichern und Übertragen bestimmt wird, zu einer Plattform für eine unmittelbare, handlungserleichternde Verschaltung mit Rückkoppelung aus der Umwelt verlagert. Diese Verlagerung ist zu einem sehr großen Teil der starken Vermehrung und Ausbreitung der Medien zu einem allgegenwärtigen und vollkommen unabdingbaren Bestandteil des täglichen Lebens geschuldet: Mit den heutigen digitalen Geräten und "intelligenten" Chips haben die Medien einen "Zustand erkennbarer Allgegenwärtigkeit" erreicht, der in der Geschichte ohne Beispiel ist, und sie haben, wie ich behaupten würde, mit dieser Errungenschaft eine qualitative Umwälzung der Erfahrung eingeleitet, eine derart umfangreiche Erweiterung des Empfindungsvermögens, dass sich dessen eigene "Kraft" und "Mächtigkeit" grundlegend modifizierte. 
Quelle: Medien des 21. Jahrhunderts, technisches Empfinden und unsere originäre Umweltbedingung, in: Die technologische Bedingung. Beiträge zur Beschreibung der technischen Welt, hrsg. von Erich Hörl

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