Donnerstag, 2. Juli 2015

Klassische Medienindustrie: Lost in context

Von Ralf Keuper

Die klassischen Medienunternehmen, wie Zeitungen, Zeitschriften, Fernsehen und Radio, müssen sich mit dem Gedanken anfreunden, künftig nur noch als Zulieferer von Content benötigt zu werden. Und auch in dieser Rolle werden sie auf absehbare Zeit nicht mehr benötigt. Gut möglich, dass es demnächst nicht einmal mehr zum Context-Lieferanten reicht.

Die Regeln im Netz bestimmten die digitalen Ökosysteme, wie Apple, Google, Alibaba, facebook und Samsung. Vor allem aber Apple und Google.

Beide gehen dazu über, ihre Plattformen als geschlossenes System zu betreiben. Helfen soll ihnen dabei der Kontext, wie es in Apple und Google setzen stärker auf Kontext, zum Leidwesen der Nutzer heisst. Zwar können Nutzer mit einer Vorliebe für die Apple-Plattform auch die Dienste von Google in Anspruch nehmen und umgekehrt, ohne jedoch den vollen Umfang an Zusatzinformationen und Zusatzservices nutzen zu können:
Man braucht dafür ein Android Smartphone. Google Now gibt es zwar auch für iOS, allerdings ist der Virtuelle Hellseher Assistent dort nicht annähernd so hilfreich, da die tiefgreifende Integration ins OS nicht möglich ist. Diese ist aber nötig, um das volle Funktionsspektrum auszuschöpfen – dieser Mangel an Integration wird sich bei Now on Tap noch stärker als bisher ohnehin schon bemerkbar machen.
Gewiss ein Haken.

Aber auch von anderen Seiten droht Ungemach. So bietet Apple Beats1 die Möglichkeit, seine Musikwünsche kundzutun und erfüllt zu bekommen, wie weiland im Radio - nur unkomplizierter. Seinen Radius vergrößern will auch Snapchat: Snapchat now lets you tap to view snaps and stories, add nearby friends

Weitere Meldungen in dem Zusammenhang / Kontext:
Die klassischen Medien werden derzeit filetiert. Die Grillsaison ist eröffnet. Aber das kann ja die Qualitätsmedien wie FAZ & Co. mit ihrem "unverwechselbaren Content" nicht schocken ;-)
Unverwechselbar ist ihr Content tatsächlich - das muss aber nicht unbedingt als Lob interpretiert werden.
Die Aktionen der Medienhäuser, wie von G+J, wirken im Vergleich zu denen der wirklich maßgebenden Player bestenfalls wie Kraut und Rüben 2.0

So wird das nichts. 

Es droht: Lost in Context. 

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