Mittwoch, 29. April 2015

Ausstellung in Heidelberg zeigt die Bedeutung der Kulturtechnik des Zeichnens

Von Ralf Keuper

Die Ausstellung Zeichnen zwischen Kunst und Wissenschaft in der Universitätsbibliothek Heidelberg beschäftigt sich mit der Geschichte und Bedeutung des Zeichnens von 1525 bis 1925. 
In den letzten Jahrzehnten hat das Zeichnen als Kulturtechnik an Bedeutung verloren, wie nicht nur Julia Voss in der FAZ vom 28.04.2015 in Lernt wieder zeichnen mit Bedauern feststellt. 
Voss erwähnt in ihrem Beitrag u.a. die Bücher Einen wahrhaft bildenden Zeichenunterricht überall einzuführen. Zeichnen und Zeichenunterricht der Laien 1500-1870 von Wolfgang Kemp und Das freie Zeichnen: ein Weg für den Unterricht im Zeichnen nach Natur- und Gebrauchsgegenständen von Franz Čižek.

Sehenswert in dem Zusammenhang der Filmbeitrag über das Atelier für künstlerisches und wissenschaftliches Zeichnen an der Uni Münster


Weitere Informationen:


Montag, 20. April 2015

Tageszeitung als Hoffnungsträger der Digitalstrategie, oder: Zurück in die Zukunft!

Von Ralf Keuper

Gleich zu Wochenbeginn werden wir mit überraschenden Erkenntnissen, was die Zukunft des Journalismus betrifft, geradezu überhäuft. Volker Schütz versucht in Warum die Tageszeitung zum Hoffnungsträger der Digitalstrategie wird zu erklären, weshalb doch noch alles gut werden könnte, und im Altpapierblog zeichnet Frank Lübberding, der uns am Gründonnerstag mit der frohen Botschaft der Wiederauferstehung des Journalismus in die Osterfeiertage schickte, in Lausige Zeiten ein Horrorszenario an die Wand: 
Finden sich dann noch genügend Menschen, die Informationen nicht als bloßes Rauschen wahrnehmen wollen, sondern als Mittel zum eigenen Weltverständnis? Wenn das scheitert, wird man die Folgen erleben, wenn der Journalismus niemanden mehr ernährt. In Deutschland wäre das Informationsvermittlung ohne den Spiegel, die Zeit oder den Stern. Ohne die Süddeutsche Zeitung und die FAZ, ohne den Focus oder die Welt. Haben wir die taz und die Frankfurter Rundschau vergessen?
So, so: Spiegel, Zeit, Stern, FAZ, SZ und Focus(!) betreiben demnach also das Geschäft der Informationsvermittlung, nicht der Meinungsvermittlung. Da ist in letzter Zeit wohl nicht nur bei mir der gegenteilige Eindruck entstanden. Diese Form von Journalismus, der uns von den erwähnten Organen seit geraumer Zeit präsentiert wird, ist kaum noch geeignet zu einem besseren Weltverständnis, was immer das jetzt auch konkret heißen mag, beizutragen. 

Lübberding schreibt einige Zeilen zuvor:
In Wirklichkeit leben die privatwirtschaftlichen Medienunternehmen noch immer von der alten Kundschaft aus vordigitalen Zeiten. Wer einmal seine Zeitung abonniert hatte, bleibt ihr häufig bis zum Lebensende treu.
In der "Welt von Gestern", die für Lübberding der Referenzpunkt zu sein scheint, mag das so gewesen sein. Nur sind mir Fälle von Menschen bekannt, die ihre Zeitung und Zeitschrift, sogar den SPIEGEL, nach jahrzehntelangem Abonnement abbestellt haben, und ich selbst habe kürzlich das Abo mit der SZ gekündigt, schon alleine der neuen Wochenendausgabe wegen, die den Eindruck erweckt, als würden am Wochenende die Praktikanten zum Zuge gekommen, was nicht unbedingt von Nachteil sein muss. Auch sonst hat die Qualität der SZ, vor allem im Feuilleton, nach meinem subjektiven Eindruck, stark nachgelassen. Dennoch kauf ich sie hin und wieder am Kiosk. 

Wenn die Situation so wäre, wie Schütz und Lübberding sie zu beurteilen scheinen, dann verstehe ich nicht, wieso die Süddeutsche Zeitung einen Sanierer benötigt. Ihrem Gesellschafter, der SWMH-Holding bereitet die SZ derzeit kein allzu große Freude, hat sie ihr doch im Jahr 2013 die Bilanz verhagelt

Wir brauchen eine neue Form von Journalismus, auch eine neue Finanzierungsform, wie etwa die Einführung der Gemeinnützigkeit


Samstag, 18. April 2015

Medienwandel: Ein kurzer Wochenrückblick #9

Von Ralf Keuper

Wiederum eine Auswahl von Beiträgen aus dem Bereich Medien, die mir in der zurückliegenden Woche aufgefallen sind.

Mittwoch, 15. April 2015

Auflösung der Privatsphäre durch den digitalen Totalitarismus?

Von Ralf Keuper

Es ist mittlerweile beliebt, das Internet, oder genauer, die intensive Nutzung sozialer Netzwerke zu bezichtigen, die Privatsphäre aufzulösen. In der Tat traten in der Vergangenheit einige Lichtgestalten der Szene, wie Mark Zuckerberg, mit markigen Sprüchen auf, wonach das Ende der Privatsphäre gekommen sei. 

Als einer der wortgewaltigsten Vertreter einer betont kritischen Haltung dem Gebrauch der sozialen Netzwerke gegenüber, hat sich der Soziologe Harald Welzer in der letzten Zeit positioniert, wie in seinem Interview mit der Frankfurter Rundschau vor einigen Tagen. 

Darin stellt er u.a. ein Schwinden der Privatheit fest. Im digitalen Totalitarismus sei dafür kein Platz mehr:
Die entscheidende Verwandtschaft zwischen politischem und digitalem Totalitarismus liegt in der Zerstörung der Privatheit, die das Individuum schutzlos macht. Günther Anders hat dazu schon in den sechziger Jahren gesagt, „der Einzelne ist das erste besetzte Gebiet“.
Da klingt durch die Zeilen der übliche Kulturpessismus. Dennoch muss man Welzer zugestehen, hier einen wunden Punkt getroffen zu haben. Denn mit der Privatheit im Internet ist es derzeit tatsächlich nicht gut bestellt. Noch verhalten wir uns im Internet so, wie unsere Vorfahren in der Steinzeit, die sich nackt in der gefahrvollen Umwelt bewegten, wie einer der Verfasser des Cluetrain Manifests, Doc Searls, in einem Interview mit der SZ zu Protokoll gibt
Das Netz ist keine Kathedrale, es steht höchstens das Baugerüst. Denken Sie an Privatsphäre, die war zunächst nicht mal Teil des Designs. Die ursprünglichen Internet-Protokolle wurden entwickelt, damit wir uns vernetzen. Es war ein bisschen wie im Garten Eden, wir sprangen nackt umher. In der physischen Welt haben wir 10.000 Jahre dafür gebraucht, so etwas wie Privatsphäre zu entwickeln und uns Kleidung anzuziehen. Im Netz sind wir nackt und Firmen nutzen das aus. Wir müssen das Äquivalent zu Bekleidung erst noch entwerfen.
An diesem Punkt stehen wir. Es ist daher übereilt, wie Welzer und Enzensberger, in einer demonstrativen Geste, Smartphones und soziale Netzwerke zu verdammen. Das ist bestenfalls reaktionär und doch wirklichkeitsfremd. 
Ähnliche Forderungen wurden bereits zu Zeiten der Einführung des Buchdrucks von Klerikern und Gelehrten erhoben. Das legt sich.

Noch einmal Doc Searls:
Ich bin hin und hergerissen: Ich mag Facebook nicht und wie extrem die Privatsphäre dort durch das Geschäftsmodell verletzt wird. Mir wäre es lieber, sie würden Geld verlangen. Aber sie machen einen guten Job, ich bin sehr beeindruckt von ihrem technischen Unterbau.
Wir sind insgesamt jedoch zu verwundbar, weil so viel von unserem Leben in den Datenbanken dieser Unternehmen existiert. Wenn wir Google und Facebook wie eine Infrastruktur behandeln würden, wie Straßen oder Kraftwerke, würden Beamte sie immer wieder inspizieren, damit nichts falsch läuft. So aber weiß niemand, was dort passiert, die Datenzentren sind absolut blickdicht.
Digitalen Totalitarismus bekommen wird dann, wenn dem Datendurst der Internetkonzerne und weiterer Institutionen keine Grenzen aufgezeigt werden. 

Die eigentliche Bedrohung geht nach den Worten des ehemaligen Bundesinnenministers Gerhart Baum weniger von den großen Datenkraken, sondern vielmehr von einem Überwachungsstaat aus, der sich unter dem Hinweis auf Prävention berechtigt sieht, alle möglichen Daten auf Vorrat zu speichern:
Immer wieder sammelt der Staat Informationen über gänzlich unverdächtige Bürger, sei es in Form biometrischer Fingerabdrücke für Reisedokumente, sei es durch die Speicherung ihrer Kommunikationsverbindungen für die Zeit von sechs Monaten - auf "Vorrat". "Vorrat" bedeutet: Man sammelt erst einmal, ohne genau zu wissen, ob man diese Informationen irgendwann einmal braucht, etwa für Ermittlungen im Rahmen einer Straftat. .. Zusammengetragen werden Millionen privater Daten. Bezogen auf den einzelnen Menschen geben sie zum Beispiel Auskunft darüber, wer wann mit wem kommuniziert hat. Soweit es den Handy-Verkehr angeht, geben sie auch Auskunft über den Aufenthaltsort des Handybenutzers. Auf diese Weise wandern immer mehr private Daten unverdächtiger Bürger in die staatlichen Datenvorratskammern (in: Rettet die Grundrechte! Bürgerfreiheit contra Sicherheitswahn. Eine Streitschrift) 
Vor diesem Hintergrund ist naiv, zu glauben, durch einen Verzicht auf den Gebrauch moderner Kommunikationsmittel könne man dem Verlust der Privatsphäre entgehen. Stattdessen ist es in der Digitalmoderne Aufgabe der Bürger, ihre legitimen Rechte gegen staatliche und die Übergriffe anderer geltend zu machen. Das ist eine Daueraufgabe. Rückzug in die Höhle, in die heimelige Vergangenheit, hilft da nicht wirklich. Im Gegensatz zu den Überwachungsmethoden der echten totalitären Regimes, ist unsere Ausgangslage und unser Informationsstand weitaus besser. Wer will, kann sich einen Überblick verschaffen und an dem Diskurs teilnehmen. 



Freitag, 10. April 2015

Medienwandel: Ein kurzer Wochenrückblick #8

Von Ralf Keuper

Erneut eine Auswahl von Beiträgen aus dem Bereich Medien, die mir in der zurückliegenden Woche aufgefallen sind.

Medienkritik nur von "echten Profis"?

Von Ralf Keuper

Wer die letzten Wochen die Reaktionen einiger Journalisten auf die nicht nachlassende Kritik an ihrer Berichterstattung verfolgt hat, konnte hin und wieder schon den Eindruck gewinnen, dass einige Kommentatoren es als Majestätsbeleidigung auffassen, wenn der gemeine Leser und Medienkonsument, aber auch Insider Kritik an ihrem Handwerk übt.
Durch die Zeilen klang mehr oder weniger deutlich der Aufruf an die Laien, es doch bitte schön den Profis, den Leuten vom Fach, zu überlassen ihre eigene Zunft zu kritisieren. Da ist selbst die katholische Kirche schon weiter - zumindest offiziell. Hier dürfen die Laien, die Normalgläubigen hin und wieder mitarbeiten und sogar, in verhaltener Form versteht sich, Kritik üben, sei es im Pfarrgemeinderat, im Kirchenvorstand oder gar im Zentralkommitee der Katholischen Kirche. 
Gewiss - nur der Klerus verfügt über einen direkten Draht zur Offenbarung und ist daher in der Lage, von den letzten Wahrheiten Kunde zu tun - welche Botschaft, welche tiefere Wahrheit soll es sein, die uns die Journalisten und andere Medienschaffende voraus haben?

Sicher - die katholische Kirche verfügt über jahrhundertelange Erfahrung mit abweichenden Meinungen, mit Ketzern gar - quasi eine Kernkompetenz - und ist hier den Medien noch einige Zeit voraus - so viel Zeit, sich mit den veränderten Rahmenbedingungen, der Aufkommen einer kritischen digitalen Öffentlichkeit auseinanderzusetzen, bleibt den Medien jedoch nicht (mehr). Herrschaftswissen und Elitismus, gleich welcher Art auch immer, haben es künftig noch schwerer als bisher, zumal dann, wenn die Lücken quasi im Echtzeitmodus sichtbar werden.

Insofern ist Carmen Epp nur zuzustimmen, wenn sie ihre Zunft auffordert, von den Denkverboten Abstand zu nehmen und sich stattdessen, dem Diskurs zu stellen. Darin geht Epp u.a. auf die Kritik von Christian Lüscher ein, die dieser im Tages-Anzeiger geäußert hatte. Darin attestierte er Kollegen, die sich erdreistet hatten, die Medien zu kritisieren, dass sie nicht nahe genug am Geschehen sein, um mitreden zu können.

So, so. Nicht einmal Insidern billigt man zu, Kritik an den Medien üben zu dürfen bzw. zu können. 

Da ist anscheinend noch viel Aufklärungsarbeit und kritische Selbstreflexion bei dem einen oder anderen Journalisten nötig ... 

Donnerstag, 9. April 2015

Medizinfachzeitschriften: Masse statt Klasse

Mehr als eine Million biomedizinischer Fachartikel erscheinen weltweit jedes Jahr. Damit auch jeder Doktor und Forscher seine Ergebnisse publizieren kann, gibt es mehr als 20.000 Fachzeitschriften in diesem Bereich. Die meisten, sagen Fachleute, sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind. Da noch immer viele Chefarztstellen und andere Positionen in der Medizin und Forschung nach der Masse und nicht der Klasse der Fachartikel besetzt werden, sind dem Mitteilungsdrang der Ärzte kaum Grenzen gesetzt.  
Dabei gibt es durchaus eine publizistische Hierarchie, die mit Hilfe des sogenannten Impact-Factors bestimmt wird. Der errechnet sich jedes Jahr neu danach, wie oft Artikel in einer Zeitschrift in anderen Fachartikeln erwähnt werden und damit als einigermaßen relevant gelten können. Selbstzitate zählen dabei nicht.
Während die angesehensten medizinischen Fachblätter wie das New England Journal of Medicine, Lancet, Jama oder das British Medical Journal zumeist auf Impact-Faktoren zwischen 15 und 45 kommen, dümpeln die meisten deutschsprachigen Publikationen bei Werten zwischen 0,2 und 1,5. Der Industrieeinfluss auf die Fachblätter ist erheblich. Die kleinen brauchen die Pharmaindustrie als Anzeigenkunden, die großen profitieren davon, wenn eine von der Industrie beauftragte Studie bei ihnen erscheint., weil die Firma dann kostenpflichtige Sonderdrucke in großer Zahl bestellt. 
Quelle: Masse statt Klasse, in der SZ vom 07.04.2015, Autor: Werner Bartens

Mittwoch, 8. April 2015

Die Re-Analogisierung der Bilder, oder: Die Rückkehr des Salonporträts

Computer ermöglichen es uns heutzutage, Fotos bis in die letzte Einzelheit hinein zu manipulieren, Pixel für Pixel. Mann kann Porträts schönen, den Umriss des Gesichts und den Ton der Haut verändern. Diese Methoden gehören mittlerweile zur Routine. Fotos werden bald die Kopplung an die Realität verlieren - so wie es schon mit dem Kinofilm geschehen ist. Wir werden wieder zur Welt des Salonporträts zurückkehren und zu den alten Konflikten zwischen Aufrichtigkeit und Loyalität gegenüber dem Dargestellten.
Quelle: Das Gesicht. Eine Kulturgeschichte von Daniel McNeill

Dienstag, 7. April 2015

Machen Daten uns frei?

Von Ralf Keuper

Wer hätte das gedacht: Da haben die Menschen über Jahrhunderte geglaubt, die Abschaffung überkommener Gesellschaftsstrukturen sei das Mittel, um die Freiheit für alle zu erlangen, da erreicht uns die Botschaft, dass es die Daten sind, die uns zu freien Menschen machen. So jedenfalls argumentiert Frank Schmiechen in seinem Essay Warum uns Daten zu freien Menschen machen

Als Ausgangspunkt wählt Schmiechen: 
Mit der Digitalisierung betreten wir das zweite Zeitalter der Aufklärung. Nach dem Wissen über die Dinge folgt jetzt die Erlangung der Macht über die Dinge. Durch Daten und Vernetzung. Die Ängste sind die selben geblieben. Nach dem Glauben wird jetzt über unsere Freiheit verhandelt. Die Frage lautet: Wenn Daten alles erklären, wenn Algorithmen alles regeln, wenn wir bis in die letzte Körperzelle durchleuchtet, vermessen und optimiert werden – wo bleibt dann der Ort für unsere Freiheit?
Im weiteren Verlauf erläutert Schmiechen seine fünf Argumente, die seien recht steile These belegen sollen:
  1. Daten machen uns frei
  2. Daten sind unser mächtigstes Werkzeug
  3. Algorithmen sind gut
  4. Daten verbessern unser Leben
  5. Daten schaffen Erkenntnis
Tatsächlich?

Mit der Vernetzung der Daten ist für Schmiechen das goldene Zeitalter angebrochen. Ohne Daten sind wir der feindlichen Umgebung ausgeliefert. Da fragt man sich: Wie haben es die Menschen über die Jahrtausende fertig gebracht, ohne die heutigen technischen Möglichkeiten zu überleben? Sicher: Daten, Informationen, übermittelt durch Gesten, Signale und durch das Riechen vor allem, haben für das Überleben der menschlichen Spezies von Beginn an eine große Rolle gespielt - jetzt aber daraus zu folgern, dass es die Daten gewesen sein, die die Menschen frei gemacht haben, scheint doch etwas übereilt, man denke nur an die verschiedenen Gelegenheiten, wo das genaue Gegenteil eingetreten ist: Die Gestapo und die Stasi ... 

Daten als Universalschlüssel und mächtiges Werkzeug, um Gefahren zu vermeiden. Klingt gut. Daten für sich genommen bringen recht wenig, um ein Gefühl der Sicherheit zu erzeugen. Erst die Einordnung in einen weiteren Zusammenhang, macht aus den Daten Informationen und im weiteren Verlauf durch Interaktion mit anderen ebenso wie durch Handlungen Wissen. Alleine sind Daten recht witzlos - vor allem als Werkzeug.

Algorithmen sind gut. Ob Algorithmen gut oder böse sind, hängt vor allem davon ab, wer sie wozu programmiert, oder aber zu welchem Zweck in die Umwelt gesetzt hat. Auch Algorithmen fielen nicht vom Himmel. Die Gefahr, dass wir Algorithmen zu sehr vertrauen, obwohl sie doch so gut sind, sieht jedenfalls Luke Dormehl, der dafür einige Beispiele bringt, wie u.a. in seinem Buch The Formula: How Algorithms Solve All Our Problems - and Create More. Dazu: If Algorithms Know All, How Much Should Humans Help?

Daten verbessern unser Leben: Kann man das so pauschal sagen? Dazu gilt eigentlich dasselbe wie zu dem vorangegangenen Punkt. 

Daten schaffen Klarheit: Auch hier gilt: Zuviel des Guten, schafft mehr Unübersichtlichkeit statt Klarheit. Entscheidend ist nicht die Menge, die Quantität, sondern die Trennschärfe, die Aussagekraft der Daten. Viel hilft auch hier nicht unbedingt viel. Eher schon sollten wir im Sinne von Tor Norretranders nach mehr Exformation streben

Was Schmiechen völlig außer Acht lässt: Daten sind von sich aus nicht selbsterklärend. Sie bedürfen der Vermittlung, Verarbeitung, Interpretation und Kritik. Anderenfalls erleben wir einen Rückfall in vormoderne Zeiten, in denen nur einige Auserwählte in der Lage waren, zu lesen und zu schreiben und die Zeichen - häufig in ihrem Sinne - zu deuten. 

Eine Überbewertung der Daten führt zu einem Datenpositivismus, d.h. in eine Gesellschaft, in der Daten mit der Realität gleichgesetzt werden. 

Alles in allem ein Rückschritt. 

Da erscheint mir der Ansatz, Daten als Teil der Kultur zu betrachten, deutlich verlockender. 
Auch sollten wir unsere persönlichen Daten, die Daten, wie wir selbst erzeugen, und aus denen sich relevante, wertvolle Infomationen gewinnen lassen, als Besitz, als Eigentum interpretieren, über das wir die Souveränität haben sollten. Ein weiterer wichtiger Punkt - womöglich der wichtigste von allen. 

Denn: Ohne Schutz der Daten keine Freiheit. 

Update: 



Das Ende der Privatheit?

Von Ralf Keuper

Die Spatzen pfeifen es seit langem von den Dächern: Das Ende der Privatheit ist nahe - eigentlich ist es schon da, wie für Reece Crowther vom Drohnenhersteller Torquay Group, der in einem Interview mit Gründerszene erklärt, weshalb er die Privatsphäre für ein Auslaufmodell hält. Damit liegt er auf einer Linie mit Mark Zuckerberg, der bereits vor Jahren das Ende der Privatsphäre ausrief. Er selber scheint davon jedoch noch nicht so richtig überzeugt zu sein. Wie ein Kommentator auf Gründerszene süffisant anmerkt, achtet Zuckerberg beim Bau seines neuen Domizils in San Francisco darauf, dass seine Privatsphäre gewahrt bleibt

Als einer der ersten rief Heribert Prantl mit gewohntem Pathos das Ende der Privatheit in der SZ vom 17.05.2010 aus. Seitdem hat die Bedrohung, die Unterwanderung der Privatsphäre im Netz und außerhalb, deutlich zugenommen. 

Auf der anderen Seite werden den diversen "Datenkraken" immer häufiger die Grenzen aufgezeigt, und das keineswegs nur in Deutschland! Hier einige Beispiele:
Es scheint, als hätte der Kampf um die Privatsphäre erst begonnen. 


Sonntag, 5. April 2015

Der moderne Film aus Sicht der Medienwissenschaften

Von Ralf Keuper

Der moderne Film treibt beständig neue Formen hervor, die hohe Anforderungen an die Aufnahmefähigkeit der Zuschauer stellen. So war es schon in Zeiten des Stummfilms. Gut daher, wenn man an den Klassikern die weitere Entwicklung veranschaulichen und begreiflich machen kann.

Samstag, 4. April 2015

Kann Big Data den Journalismus retten?

Von Ralf Keuper

In 10 Gründe, warum Big Data den Journalismus retten wird versucht Julia Schoessler den Nachweis zu bringen, weshalb im Journalismus die goldenen Zeiten erst noch bevorstehen.
Irgendwie drängt sich einem der Eindruck auf, als hätte die Botschaft die Medienschaffenden noch nicht erreicht. Die Kakophonie hält unvermindert an. 

Das Projekt News-Stream 3.0 versucht, so weit ich sehen kann, einige der von Schoessler formulierten Thesen in die Realität umzusetzen. 

Im Idealfall wäre es damit deutlich schwieriger, Falschinformationen zu streuen, und gezielte Propaganda zu lancieren. Auch platter PR-Journalismus hätte es deutlich schwerer, sich als objektiv auszugeben - in der Theorie.

In der Praxis dürfte das jedoch schwieriger werden. Das Geschäftsmodell der Massenmedien beruht nicht unbedingt darauf, die Leser möglichst objektiv und umfassend zu unterrichten. Sicher - auf Befragung werden selbst die Boulevardblätter für sich in Anspruch nehmen, unverfälscht zu berichten. In der Praxis jedoch würde das ihr Geschäft recht schnell unrentabel gestalten. Das Geschäft vieler Massenmedien besteht eher in der Desinformation, als in der Information. Wie sonst könnte man morgen das genaue Gegenteil von dem schreiben, was man gestern noch verbreitet hat? Wie anders ist es möglich, immer wieder dieselben Geschichten zu erzählen, obwohl die Forschung schon längst weiter ist, wie man derzeit an der Causa Heidegger beobachten kann? Würden wirklich flächendeckend Big Data - Tools zum Einsatz kommen, vor allem auf Seiten der Leser, dann wäre es mit einigen Berichtsformaten recht schnell vorbei. Jedenfalls müsste man sich rasch neue Techniken einfallen lassen. 
Im Idealfall kann der Leser auf einen historischen Datenbestand zugreifen, der ihn bestimmte Muster in der Berichterstattung erkennen lässt. Weiterhin müsste das Angebot um Funktionen ergänzt werden, die einen raschen und genauen Test der Meldungen auf ihren Wahrheitsgehalt, ihre Plausibilität, Evidenz hin ermöglichen. 

Eine Art Collaboration-Plattform, eine Mischung aus GuttenPlagg Wiki und Kaggle

In irgendeiner Form werden wir entsprechende Werkzeuge für Leser bekommen. Ob das allerdings wirklich so segensreich für die Branche ist, wie Schoessler meint, wird sich erst noch zeigen müssen. Letztlich stellt sich auch die Frage, wie genau wir es immer wissen wollen und müssen ...

Medienwandel: Ein kurzer Wochenrückblick #7

Von Ralf Keuper

Wiederum eine Auswahl von Beiträgen aus dem Bereich Medien, die mir in der zurückliegenden Woche aufgefallen sind.

Freitag, 3. April 2015

Bertelsmann - der zwergenhafte Medienriese

Von Ralf Keuper

Seit Jahren schon tritt Bertelsmann beim Umsatz auf der Stelle. Für das Jahr 2014 betrug er 16,7 Mrd. Euro; im Jahr 2006, also vor bald zehn Jahren, beliefen sich die Erlöse auf 19,3 Mrd. Euro. Berücksichtigt man die Inflation der Jahre, so ist der Konzern real dramatisch geschrumpft. Die Jahre stürmischen Wachstums sind vorbei. In den guten Zeiten tätigte Bertelsmann regelmäßig größere Übernahmen: Angefangen von Gruner + Jahr, Bantam Books, RTL, Doubleday, RCA und Random House. Seitdem trat Bertelsmann kaum noch bei größeren Übernahmen in Erscheinung. Das externe Wachstum, eigentlich immer schon der Motor von Bertelsmann, ging deutlich zurück, das interne reicht nicht mehr, um noch zu den neuen Branchengrößen wie Google und Apple aufschließen zu können. Deutlich gewachsen ist bei Bertelsmann in den vergangenen Jahren einzig die Zahl der Mitarbeiter; und das fast ausschließlich bei der Dienstleistungstochter arvato. Den Wachstumsplänen den letzten Schlag versetzte der Rückkauf des 25%igen Anteils von Bertelsmann, der sich in den Händen von Albert Frère befand. Die 4,5 Mrd. Euro, die an Frere gingen, standen für den weiteren Ausbau des Geschäfts nicht zur Verfügung - im Gegenteil: Wichtige Geschäftsfelder und Unternehmen wurden verkauft, um Frère auszahlen zu können. Ein besonderes Juwel, das damals über den Tisch ging, war die BMG Music Publishing, zu dem Zeitpunkt einer der am schnellsten wachsenden Musikverlage der Welt, die für 1,6 Mrd. Euro an Vivendi verkauft wurde. BMG Music Publishing hielt die Rechte an mehr als einer Million Musiktiteln. Mit der Gründung von BMG Rights Management im Jahr 2008 versucht Bertelsmann an die alten Erfolge anzuknüpfen. Neuester Coup ist die Kooperation mit der Digitalsparte von Alibaba

Bereits im Jahr 2002 initiierte Thomas Middelhoff den Verkauf des Wissenschaftsverlags BertelsmannSpringer, der nach seinem Abgang vollzogen wurde. Ein, wie sich herausstellen sollte, strategischer Fehler. Seit Jahren versucht Bertelsmann im Geschäft mit der Bildung Fuss zu fassen. Im Jahr 2013 erwog Bertelsmann den Rückkauf von Springer Science + Business Media. Dass daraus nichts wurde, lag vor allem daran, dass Bertelsmann den Kaufpreis für die Mehrheit nicht stemmen konnte. Der Kauf von E-Learning-Unternehmen wirkt dagegen wie ein Trostpreis. Im Geschäft mit der Bildung geben derweil ThomsonReuters und Elsevier den Ton an.

Bei nüchterner Betrachtung führt kaum ein Weg an der Erkenntnis vorbei, dass Bertelsmann den Anschluss an die Wachstumsmärkte bereits verloren hat, oder kurz davor ist. Anfang des Jahres schrieb die Wirtschaftswoche vom Niedergang des Medienriesen Bertelsmann. Dem Konzern drohe der Abstieg. Darauf ist zu sagen: Bertelsmann ist als Medienkonzern schon längst abgestiegen. Den Ton geben die neuen Medienkonzerne wie Apple, Amazon, Google, Tencent, Alibaba, Baidu & Co an, die in letzter Zeit verstärkt in das Mediengeschäft drängen

E-Commerce und Medien wachsen zusammen. Weder in dem einen, noch in dem anderen Sektor kann Bertelsmann international mithalten. 

Die Zugkraft von RTL lässt spürbar nach, das Streaming ersetzt das Fernsehen. Im Streaming führt kein Weg an YouTube, Netflix & Co. vorbei. Im klassischen Musik- und Filmgeschäft dominiert Apple mit iTunes. 

Selbst Thomas Rabe räumt in einem aktuellen Interview mit dem Spiegel, indirekt, die neue Machtverschiebung ein:
Die Fernsehnutzung bei Jugendlichen geht zwar zurück, aber nicht so stark, wie es oft dargestellt wird. Zudem ist RTL im Online-Videobereich weltweit die Nummer vier mit jährlich 36 Milliarden Abrufen. Vor uns liegen nur Google, Facebook und AOL. Wir haben also gute Chancen, dass RTL den 14-Jährigen bereits auf dem einen oder anderen Weg erreicht.
Woher die Zahlen kommen, lässt sich dem Beitrag nicht entnehmen. Jedoch kann ich mir nur sehr schwer vorstellen, dass Bertelsmann im Video-Bereich noch auf dem vierten Platz weltweit liegt. Es ist zweifelhaft, dass RTL im Online-Videobereich vor Tencent rangiert. Denn: Tencent besitzt drei der fünf weltweit größten sozialen Netzwerke. Zusammen zählen Tencents soziale Netzwerke mehr als 1 Mrd. Nutzer. Außerdem ist Tencent noch der weltweit größte Entwickler von Online-Spielen. Auch sonst ist der chinesische Internetkonzern nicht von Pappe, wie TechCrunch schreibt
Tencent, the fifth-largest internet company after Google, Amazon, Alibaba, and eBay, has the largest online-to-offline e-commerce platform. Tencent also owns popular messaging app WeChat (aka Wexin), with 468 million users, linking social tools and online payments with TenPay and WeChat Payment.
Auch das chinesische YouTube, Youku Tudou, zählt 500 Millionen Nutzer. Da will RTL mehr auf die Waage bringen? Und von Alibaba wollen wir erst gar nicht reden. Auch nicht von Line, Daum Kakao, Baidu und Softbank

Bertelsmanns Ausflüge ins Internet waren alles andere als von Erfolg gekrönt. Genannt seien nur Lycos und Pixelpark. Im Jahr 2001 gab Bertelsmann seinen Inkubator Bertelsmann Valley auf. Auch danach hatte das Unternehmen als Startup-Investor keine sonderlich glückliche Hand

Unterdessen entwickelt sich facebook zum Gatekeeper im Netz für die Medieninhalte. Künftig sollen die Medienhalte direkt auf facebook gepostet werden

In Gütersloh wird man sich mit dem Gedanken anfreunden müssen, nur noch in der zweiten Liga zu spielen. Allenfalls in Europa könnte sich das Unternehmen, in bestimmten Bereichen, gegen die internationale Konkurrenz behaupten. Axel Springer kann nicht der Maßstab sein, so beeindruckend die Erfolge im Digitalgeschäft auch sein mögen. Springer ist international gesehen nicht einmal ein riesenhafter Zwerg.

Bertelsmann fehlen die kreativen Köpfe und bunten Vögel, wie Monty Lüftner. Stattdessen regieren die Controller. In einem Geschäft, in dem es um Kreativität - auch um Visionen - geht, ist das ein echtes Handicap. Dieser Ansicht ist sicherlich nicht nur Jürgen Richter.

Donnerstag, 2. April 2015

Online - neues Hauptstilmittel der Medien

Der Automobiljournalist Thomas Geiger in einem Interview mit t3n auf die Frage:

Was sind die großen Trends im Journalismus und was wird sich davon künftig durchsetzen?
Online, online, online – und das auf allen Kanälen mit allen zur Verfügung stehenden Medien: Bild, Ton, Film, Text. Durchsetzen wird sich am Ende das Medium, das auf dieser Klaviatur am besten spielt und alle Stilmittel am besten durchmischt. Die Multimedia-Reportage, die mehr bietet als eine Fotostrecke im Magazin, ein Filmbeitrag im TV, ein Feature im Radio und ein Nachrichtenstück im Netz.

Die wundersame Wiederauferstehung des Journalismus?

Von Ralf Keuper

So kurz vor Ostern nimmt die Zahl der frohen Botschaften erwartungsgemäß zu. Jedoch - auch hier fallen einige aus dem Rahmen, da die Botschaft bei den Gläubigen zu großer Verwunderung führt. Geschehen auf dem Altpapierblog, auf dem Frank Lübberding die Leser mit der frohen Botschaft in die Osterfeiertage schickt, der Journalismus habe in den letzten Tagen eine vorgezogene Wiederauferstehung gefeiert.

Wie kam es zu diesem Wunder?

Ausgerechnet der Absturz der German Wings und die Berichterstattung im Echtzeitmodus ist für Lübberding als Zeichen für dieses Wunder zu werten. Die Vertreter seiner Zunft, die ungeprüft Meldungen wiedergegeben haben, nimmt Lübberding dabei in Schutz:
Der Bild und Kai Diekmann kann man somit nur eines vorwerfen: Dass sie offenkundig alles glauben, was ihnen Staatsanwaltschaften und deren Ermittlungsorgane so erzählen. Sie jedes kritische Denken gegenüber den Ermittlern vermissen lassen. Dass es dafür gute Gründe gibt, hat uns jetzt der Top-Ermittler Neumann mit seiner ungefragten Selbstauskunft bewiesen. Nur zur Beruhigung: Gute Journalisten haben das schon immer gewusst, übrigens auch schon vor dem Justiz-Geheimdienste-Polizei-Skandal bei den NSU-Ermittlungen.
So, so: Diekmann & Co., die Naivlinge, glauben einfach alles, was ihnen Staatsanwaltschaften und Ermittler servieren. War mir neu, dass Diekmann naiv ist ...

Auch in Haltern hätten sich die Journalisten weitgehend an die Spielregeln, den guten Ton, gehalten. Na ja, zumindest ein Schüler scheint das anders zu sehen

Wie man ausgerechnet die Berichterstattung über den Absturz der Germanwings-Maschine als Beleg für die Wiederauferstehung des Journalismus feiern kann, ist für mich völlig schleierhaft. Da gibt es - hoffentlich - bessere Beispiele.

Das Livestreaming ist für den seriösen Journalismus sicher eine Herausforderung, auf die eine angemessene Arbeitsweise zu finden, gewiss nicht einfach ist. Insofern befinden sich alle Beteiligten in einem Lernprozess.  

Für voreilige Jubelbotschaften besteht daher kein Anlass.



Mittwoch, 1. April 2015

Projekt "Herrschaftswissen 2.0" im Journalismus

Von Ralf Keuper

Bereits gestern hatte ich mich mit dem neuen Angebot der Zeitung Der Tagesspiegel auseinandergesetzt. Das Format/Produkt namens Tagesspiegel Causa richtet sich an die "Meinungselite", deren zahlenmäßiger Schwerpunkt in Berlin verortet wird. Der Tagesspiegel nimmt für sich in Anspruch, 49% der Angehörigen der Meinungselite in Berlin zu erreichen.

Was läge also näher, als den Leser am Entstehungsprozess des Herrschaftswissens teilhaben zu lassen? Das könnte man als einen Versuch der Demokratisierung interpretieren. Informelle Vorgänge und Abstimmungsprozesse würden im Idealfall transparent. 

Ist das wirklich so?

Dass die wirklich wichtigen Entscheidungen nicht in aller Öffentlichkeit getroffen oder gar bis in letzte Detail vor dem Publikum diskutiert werden, dürfte ziemlich unstrittig sein. Das hat sich auch im Zeitalter des Internet - im Prinzip - nicht geändert, wenngleich die Einflussmöglichkeiten an manchen Stellen, wie im Fall von Online-Petitionen oder Wikileaks, gestiegen sind. 

Ein Journalismus, der sich als Moderator, Kommunikator der Herrschenden, der gesellschaftlichen Elite versteht, hat seine Aufgabe verfehlt, sofern er für sich in Anspruch nimmt, den Dingen auf den Grund gehen zu wollen. Hierfür ist jedoch kritische Distanz unabdingbar. 
Als Bestandteil der "Macht- oder Meinungselite", ganz gleich, wo diese geografisch und personell angesiedelt sein mag, kann er diese Funktion nicht erfüllen. Das ist allenfalls PR - dafür aber wenigstens offene. 

Da wundert es dann wirklich nicht mehr, wenn die Elite, wie die großen DAX-Konzerne, sich gegen diese neue Nähe zu wehren beginnt, da sie ihr unangenehm, peinlich und wohl auch zu plump ist. 

Die Medien arbeiten weiter am eigenen Bedeutungsverlust und treiben parallel dazu unverdrossen und mit großem Eifer die Projekte "Herrschaftswissen 2.0" oder "Refeudalisierung 2.0" voran, wie sie zuvor schon in diversen Büchern und Artikeln angesprochen wurden:
Der Journalismus schafft sich ab - wenn das keine Aufklärung ist ;-)

Wohlan denn.

Weitere Informationen: