Freitag, 15. April 2016

Open Data und Open APIs als neue Stilmittel der Medien

Von Ralf Keuper

Seit längerem sind sog. Open APIs (Öffentliche Schnittstellen) dabei, ganze Branchen zu verändern. Mittels öffentlicher Schnittstellen,  können Anbieter, so die Absicht, ihre Reichweite erhöhen. Dritte können für die offen zugänglichen Schnittstellen eigene Programme schreiben, Services kreieren und diese dann in ihre eigenen Applikationen einbauen. Auf diese Weise entsteht, so die Hoffnung, ein dynamisches Ökosystem, das seine Ausdehnung über zusätzliche Services und Partner vergrößern und damit neue Marktsegmente erschließen kann, wie z.B. im Bereich Smart Home. In Deutschland ist hier vor allem die Deutsche Telekom mit ihrer Plattform Qivicon zu nennen. 

Eine ähnliche Wirkung wie von Open APIs geht von Open Data aus, die mittlerweile im wachsenden Umfang von Privatunternehmen zur Verfügung gestellt werden. 

In den Medien nimmt die Verbreitung von Open Data und Open APIs zu. Vorreiter sind hier die New York Times und der Guardian. Letzterer hat ein eigenes Open API Framework namens Bonobo entwickelt, worüber das Blatt in Building Bonobo, the Guardian's open source API key management tool berichtet. 

Über die Motivation heisst es: 
The plan was for it to be used by Guardian staff for a number of things; to visualize the people who had signed up for API keys, to manage their accounts and keys, to create new users and keys and to filter them. The idea was that the application was also to be used by people who wanted to register for developer keys or submit requests for commercial keys. Our main goal was to build a quick and easy service that could benefit everyone.
Vor einigen Jahren hat der Guardian eine offene Plattform errichtet. Beim offiziellen Launch hiess es:
Open Platform launched with two separate content-sharing services, which will allow users to build their own applications in return for carrying Guardian advertising.

A content application programming interface (API) will smooth the way for web developers to build applications and services using Guardian content, while a Data Store will contain datasets curated by Guardian editors and open for others to use.
Unter Verwendung der Inhalte des Guardian sind bereits zahlreiche Apps entstanden. 

Eine ähnliche Strategie verfolgt die New York Times, wie u.a. aus dem Beitrag Open data and the API economy: when it makes sense to give away data hervorgeht. Darin kommt u.a. der API-Architekt der New York Times, Scott Feinberg, zu Wort. Feinberg macht deutlich, dass es nicht darum geht, den gesamten Content über API zur freien Verfügung zu stellen, sondern Dritten die Möglichkeit zu geben, die Dokumente nach Schlagworten, Begriffen zu durchforsten. Dabei können sich völlig neue Einsichten und Anwendungsfelder ergeben: 
Feinberg clarifies that the NYT's APIs are not giving out articles for free. Rather, he explains, "we give is everything but article content. You can search for articles. You can find out what's trending. You can almost do anything you want with our data through our APIs with the exception of actually reading all of the content. It's really about giving people the opportunity to really interact with your content in ways that you've never thought of, and empowering your community to figure out what they want. You know while we don't give our actual article text away, we give pretty much everything else and people build a lot of really cool stuff on top of that."
Die NYT hat eine eigene Seite für Entwickler eingerichtet. Darauf ist auch eine Liste der zur Verfügung stehenden APIs enthalten.  

Sieht ganz so aus, dass Open Data und Open APIs zu wichtigen Stilmittel der Medien werden. 

Früher erfüllten die Funktionen, die heute und demnächst in den Medien von Open Data und Open APIs erfüllt werden, so legendäre Archive, wie das des SPIEGEL

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