Montag, 18. Juli 2016

Digitale Ethik: Warum wir sie dringend brauchen

Von Ralf Keuper

Die Digitalisierung, so der Aufhänger des Auftritts von Oliver Zöllner und Tobias Keber, ist der "Elefant im Raum", d.h. obwohl er omnipräsent ist, wird er kaum wahrgenommen. Die Daten sind, in Analogie zum Zeitalter der Dampfmaschinen, der neue Dampf des 21. Jahrhunderts. Wir sind stets online und kommunizieren von überall aus überall hin. 



Der Mensch braucht eine wertebasierte Medienkompetenz, als Anleitung zu einem "Guten Leben", wie sie bereits die Philosophen der Antike formulierten. Am Beispiel des Seitensprung-Portals Ashley Madison und seines Geschäftsmodells "Diskretion gegen Cash" stellt sich die Frage der Digitalen Ethik unmittelbar, zumal dann, wenn die Daten von Journalisten für das Public Shaming verwendet würden. Am Beispiel des IS stellt sich die Frage der Bildethik. 

Mächtig ist derjenige, der Zugang zu Informationen hat und den Zugang vermittelt. Beispiele dafür sind nach Ansicht der Autoren internet.org von facebook und loon von Google. Welche Dienste bekommen die Menschen in den sog. unterentwickelten Ländern durch internet.org. und loon? Wohl eher solche aus dem facebook und Google-Universum. Ist Google tatsächlich der "gute Hegemon"?

Bedeuten mehr Daten ein besseres Leben? Gilt heute nicht stattdessen: You are what you like? (Vgl. dazu: Facebook als Persönlichkeitstest: was Likes über uns verraten)

Die digitale Ethik bietet Orientierung und übernimmt die Dialogfunktion - so die Autoren. User und Diensteanbieter sollten einen Daten-Deal aushandeln, der die Datenhoheit der Nutzer bzw. die Privatsphäre respektiert. 

Weitere Informationen:


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen